Prozessfinanzierung

Bekanntlich dürfen Anwälte in der Schweiz – anders als zum Beispiel in den USA – mit ihren Klienten keine reine Erfolgshonorierung vereinbaren. Das heisst, der Rechtsanwalt und der Klient dürfen miteinander nicht vereinbaren, dass der Anwalt im Falle des Obsiegens z.B. einen Prozentsatz des Prozessgewinns erhält, im Falle des Unterliegens dafür auf jegliches Honorar verzichtet. Erfolgsorientierte Honorierung ist nur in bestimmten Grenzen zulässig (siehe: Erfolgshonorar).

In diese Lücke sind in den letzten Jahren verschiedene sogenannte Prozessfinanzierer gesprungen. Diese übernehmen in der Regel ab Streitwerten von CHF 300'000 das Kostenrisiko eines Prozesses und werden dafür mit einem Prozentsatz des Prozessergebnisses honoriert (20-30 %).

Für eine Finanzierungsanfrage verlangen die Rechtsschutzversicherungen in der Regel einen (vom Klienten bezahlten) Klageentwurf. Bei der Wahl eines Prozessfinanzierers ist zudem auf gute Bonität zu achten, damit der Prozessfinanzierer die entstandenen Kosten auch bezahlen kann, wenn das Prozessergebnis ungünstig ausfallen sollte.