Rechtsschutzversicherung

Rechtsanwälte und Rechtsschutzversicherungen sind bisweilen ein schwieriges Thema. Dies mag daran liegen, dass gewisse Rechtsschutzversicherungen die freie Anwaltswahl beschränken und vor allem die eigenen Anwälte beschäftigen wollen, teilweise unbegründet die Deckung eines Falles ablehnen und/oder am Schluss kleinlich mit der Honorarrechnung des Rechtsanwalts verfahren.

Dennoch halten wir den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung für eine sinnvolle Sache. Man darf zwar nicht erwarten, dass jeder Rechtsstreit gedeckt ist. Die Deckungsausschlüsse der einzelnen Rechtsschutzversicherungen sind zahlreich (Familienrecht, Erbrecht, Bankrecht, Baurecht etc.)! Dafür ist man aber gut geschützt, wenn eine Deckung (Arbeitsrecht, Haftpflichtrecht, Vertragsrecht, privatrechtliche Nachbarstreitigkeiten etc.) besteht. Dank einer Rechtsschutzversicherung können dann Ansprüche durchgesetzt werden, wo ein anderer angesichts des Kostenrisikos die Waffen strecken würde. Und schlussendlich sind die Versicherungsprämien von in der Regel wenigen Hundert Franken im Jahr im Verhältnis zu den allenfalls hohen Gerichts- und Anwaltskosten bescheiden.

Beachten Sie beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung die verschiedenen Deckungsausschlüsse und achten Sie auch auf freie Anwaltswahl. Die von Versicherungsgesellschaften angestellten Juristen und Rechtsanwälte tendieren dazu, rasch in einen Vergleich einzuwilligen oder einen Prozess als aussichtslos zu bezeichnen. Freie Anwältinnen und Anwälte sind bezüglich Prozesskosten seitens der Rechtsschutzversicherungen weniger Druck ausgesetzt.

Die "Paritätische Kommission RSV-SAV/SVV", die sich aus Vertretern des Schweizerischen Anwaltsverbandes und Vertretern der Fachgruppe Rechtsschutz im Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) zusammensetzt, hat eine Checklist für Rechtsschutzversicherte erstellt: Checkliste