Zwangsvollstreckung
Zwangsvollstreckung in der Schweiz

In der Schweiz gilt für die Zwangsvollstreckung von Geldschulden das Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG). Im Wesentlichen gibt es zwei Verfahren, dasjenige der Pfändung und dasjenige des Konkurses. Der Pfändung unterliegen vor allem Privatpersonen. Anders als in anderen Ländern können hingegen Einzelkaufleute und Handelsgesellschaften (Aktiengesellschaft, GmbH etc.) nur auf Konkurs betrieben werden. Für den (aktiven) Gläubiger kann dies daher von Nachteil sein, als für ein Konkursverfahren Kostenvorschüsse zu erbringen sind und im Konkursverfahren mit Ausnahme der üblichen Privilegien der Forderungen der Arbeitnehmer etc. alle Forderungen gleichrangig behandelt werden.
Das Betreibungsverfahren läuft so ab, dass dem Schuldner zuerst ein Zahlungsbefehl zugestellt wird, worauf der Schuldner die geltend gemachte Forderung bestreiten ("Rechtsvorschlag erheben") kann. Tut er dies, so ist der Gläubiger privilegiert, der über eine schriftliche Schuldanerkennung (einfache Schriftlichkeit genügt) oder z.B. über eine schriftliche Bestellung verfügt, aus der der geschuldete Betrag hervorgeht.

Mit einem solchen Dokument kann in einem einfachen Verfahren die Beseitigung des Rechtsvorschlages verlangt werden. Erhebt der Schuldner keinen Rechtsvorschlag, kann die Betreibung entweder auf Pfändung oder Konkurs fortgesetzt werden. Für Firmen, die an Kunden in der Schweiz liefern, empfiehlt es sich deshalb, darauf zu bestehen, dass der Besteller schriftliche Bestellungen unterschreibt.
Zur Abklärung der Bonität von Schuldnern oder potentiellen Vertragspartnern können in der Schweiz bei dem zuständigen Betreibungsamt Betreibungsauskünfte über bisherige Betreibungen gegen den Schuldner eingeholt werden.
Interessant ist unter Umständen die Möglichkeit des Arrestes gegen ausländische Schuldner. Ein solcher kann beantragt werden, wenn gegen den ausländischen Schuldner ein vollstreckbares gerichtliches Urteil vorliegt oder die Forderung, die glaubhaft zu machen ist, einen Bezug zur Schweiz hat. Voraussetzung ist allerdings, dass Vermögensgegenstände in der Schweiz glaubhaft gemacht werden.